Rezension: Der Geschmack von Sommerregen





Titel: Der Geschmack von Sommerregen
Autor: Julie Leuze
Verlag: Egmont INK
Preis: (D) 14,99 Euro
Meine Wertung: 4 Schmetterlinge
ISBN: 978 3 86396 062 9
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»Sophie ahnt nicht, dass ein halbes Lächeln alles auf den Kopf stellen wird. Dass ein einziger Blick aus schokoladenbraunen Augen ausreichen wird, um ihre Welt in Funken sprühendes Himmelblau zu tauchen. Dass ein einziger Kuss ihr den Mut verleihen wird, dem Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen, das ihr Leben bis jetzt bestimmt hat. 

Mattis ahnt nicht, dass Sophie ihm entlocken wird, was er vor allen anderen verbirgt. Dass er sich mit ihr so sicher fühlen wird wie noch mit niemandem zuvor. 

Beide ahnen nicht, dass ihre Liebe sie über sich selbst hinauswachsen lassen wird. 
Sophie und Mattis. 
Mattis und Sophie.«














Sophie ist nicht wie andere Mädchen in ihrem Alter. Sie ist anders. Sie sieht Farben auf ihrem inneren Monitor, Farben, die tropfen, sprühen, spitz und stachelig, flauschig oder verschmiert sein können und ein jede Farbe für ein Gefühl steht. Farben, die sie ihr Leben lang verleugnen muss, weil ihre Eltern nicht wollen, dass sie wie ihre Oma Anne wird. Also versucht Sophie das zu tun, was ihre Eltern ihr sagen und das sie zunehmend belastet. Sie erzählt Niemandem ein Sterbens Wörtchen davon, nicht einmal Lena, ihrer besten Freundin, wie es in ihr wirklich aussieht und redet sich selbst ein, dass es nur so besser werden kann. 
Doch dann kommt der Neue, Mattis, aus München in ihre Klasse und ihre Welt wird in funkensprühendes Himmelblau getaucht. Eine Farbe, die sie anfangs nicht zuordnen kann. Denn normalerweise weiß sie immer, welches Gefühl welcher Farbe entspricht. Doch dieses Himmelblau ist neu. 
Mattis wird von allen angehimmelt und es machen einige Gerüchte über ihn die Runde; er solle ein H&M Model als Freundin haben, Stammgast im p1 in München sein und soll selbst ein Model sein. Sophie weiß nicht was sie davon glauben soll, doch eins wird mit der Zeit immer klarer: Ein halbes Lächeln hat ausgereicht, um sich in ihn zu verlieben.
Sophie trifft Mattis eines Tages und die beiden verstehen sich gut, so gut, dass sie sich gleich am darauffolgenden Tag gemeinsam am Weiher zum Schwimmen treffen wollen. 
Von da an beginnt die Zeit, in der sich die beiden kennen und auch lieben lernen, sie verbringen viele gemeinsame Stunden auf ihrer "geheimen" Pappelwiese und genießen dort die Zeit.
Wären da nur nicht ihre Farben, die sie vor Mattis inzwischen immer noch geheimhält und die ihr schlechtes Gewissen ihm gegenüber tagein tagaus mehr schüren, das Geheimnis um ihre Großmutter, das sich allmählich zu lüften beginnt und ihre Mutter, die mit der Abnabelung ihrer Tochter nicht klar zu kommen scheint...

Ein toller Roman, der mich sehr gefesselt und auch berührt hat, denn als ich das Buch zu Ende gelesen und zugeschlagen hatte, stand nur ein stummes WOW auf meinen Lippen. 
Eine so wunderbare, aber auch teils traurige Geschichte, aufgrund der Ereignisse, mit denen Sophies Mutter zu kämpfen hatte und gar immer noch hat.

Sophie ist ein mir sehr sympathische Protagonistin und ich bin gar nicht der Meinung, das sie das Mauerblümchen ihrer Klasse ist - Anfangs, okay vielleicht, ja, aber sie wächst im Laufe des Buches so über sich hinaus, ändert ihren Kleidungsstil, macht sich hübsch, um sich Mattis angeln zu können und stellt sich gegen ihre Eltern, denen sie sonst immer das brave Mädchen war... Diesen Mut, den sie da in sich ausgräbt, möchte ich bei mir tief im Inneren auch gerne finden.

Mattis ist auch ein toller Typ: Einfühlsam, nett, witzig und ihn interessieren die Anderen nicht, was sie über ihn sagen. Er ist genau das, was Sophie in ihrem Leben gebraucht hat. Auch ist er in ihrer Beziehung sehr behutsam und lässt Sophie entscheiden, wann sie welchen nächsten Schritt gehen wollen - und er ist soo verliebt in sie *-* Da wird man richtig neidisch.

Ein so toller, süßer Roman, Dank dem ich jetzt weiß, dass es "normal" (okay, normal ist Ansichtssache) ist, zum Beispiel Wochentage in sich drin farbig und dreidimensional zu sehen... und der keine Tabus scheut, wie das Thema Sex, was mal etwas Anderes ist, aber das Ganze "echter" - ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt genau benennen soll - "reifer", "realitätsnaher" wirken lässt.


So kommen wir nun zum Schreibstil der Autorin: Dieser war sehr schön zu lesen, schön leicht und beschwingt und natürlich auch ein bisschen im Jugendslang verfasst, da das Buch ja in der Ich-Perspektive geschrieben ist. Ideal für ein/zwei schöne Sommernachmittage (:










Das Cover ist in Grautönen gehalten und darauf zu sehen sind (aller Wahrscheinlichkeit nach^^), Sophie und Mattis, wie sie sich "Küssen". Die Schrift, gehalten in dieser schönen lachs-, hellroten Farbe würde ich mal als Sophies Farbe des Mutes interpretieren - sie vergleicht diese Farbe mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages, die auf Schnee treffen, der dann so eine rötliche Farbe annimmt.  - Mist! Eigentlich wollte ich euch diesen Textauszug dazu zeigen, aber ich finde ihn natürlich nicht mehr -.- Naja, was will man machen?
Auf jeden Fall finde das Cover wirklich gelungen und zum Buch passend.











Mir hat dieses Buch ziemlich gut gefallen, doch was mich in diversen Büchern leider immer wieder viel zu häufig stört, ist, dass sie oft oder in diesem Fall zum Glück nur manchmal, vorhersehbar sind. Auch könnte man sich jetzt darüber streiten, warum Sophie Mattis sich nicht gleich anvertraut hat - ich sehe das ja so, dass wenn die Eltern einem schon sein Leben lang verbieten, das mit seinen Farben ja KEINEM zu erzählen und ein perfektes Beispiel parat haben, was passiert, wenn man es doch tut (Oma Anne)... Dann urgs.. Okay, verständlich. 
Also vergebe ich 4 von 5 Schmetterlingen.





~ Einen herzlichen Dank an den Egmont INK Verlag für das wunderbare Rezensionsexemplar!



Eure


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